Von Sichtbarkeit zur nachhaltigen Nutzung

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Ein umfassender Leitfaden zu Kommunikation, Dissemination und Verwertung in Horizon Europe über alle Cluster hinweg

Kontext und Relevanz

In Horizon Europe werden Kommunikation, Dissemination und Verwertung (KDV) nicht länger als unterstützende oder horizontale Aktivitäten betrachtet. Über alle Cluster und Aktionstypen hinweg werden sie als wirkungsrelevante Mechanismen bewertet, die zeigen, ob Projektergebnisse realistisch einen Mehrwert über das Konsortium hinaus erzeugen können.

Für den Arbeitsprogrammzeitraum 2025–2027, einschließlich der Calls 2026, betonen Gutachterinnen und Gutachter sowie die REA konsequent, dass KDV auf Ergebnissen und Wirkungen basieren, klare Nutzungspfade aufzeigen, über die Projektlaufzeit hinaus wirken und mit den politischen Prioritäten sowie gesellschaftlichen Zielen der EU kohärent sein müssen.

Projekte mit starkem wissenschaftlichem oder technischem Inhalt, aber schwacher KDV-Logik, werden zunehmend nicht wegen fehlender Aktivitäten, sondern wegen mangelnder Glaubwürdigkeit abgestraft.

Kommunikation: erklären, warum das Projekt relevant ist

Kommunikation richtet sich an die breite Öffentlichkeit. Ziel ist es zu erklären, warum das Projekt existiert, welches gesellschaftliche oder politische Problem adressiert wird und warum eine EU-Finanzierung gerechtfertigt ist.

Kommunikation dient nicht der technischen Detailtiefe, sondern der Klarheit, Zugänglichkeit und Relevanz für nicht‑spezialisierte Zielgruppen.

Typische Kommunikationsformate sind Projektwebseiten und öffentlich zugängliche Inhalte, Social-Media- und Pressearbeit sowie politikorientierte Narrative im Einklang mit EU-Strategien. Bewertet werden Zweckmäßigkeit und Kohärenz, nicht die Anzahl der Maßnahmen.

Dissemination: Ergebnisse für die Nutzung zugänglich machen

Dissemination richtet sich an Zielgruppen, die in der Lage sind, Projektergebnisse zu nutzen, darunter wissenschaftliche Gemeinschaften, Industrie- und Wertschöpfungskettenakteure sowie politische Entscheidungsträger, Regulierungs- oder Normungsstellen.

Dissemination ist ergebnisorientiert, nicht aktivitätsgetrieben. Erwartet werden klar identifizierte Ergebnisse, spezifische und begründete Zielgruppen, geeignete Kanäle sowie ein zeitlicher Bezug zur Ergebnisreife.

Eine bloße Auflistung von Konferenzen oder Fachzeitschriften ohne Erklärung, welche Ergebnisse warum verbreitet werden, stellt eine wiederkehrende Schwäche dar.

Verwertung: Ergebnisse in konkrete Nutzung überführen

Verwertung bezieht sich auf die tatsächliche Nutzung von Projektergebnissen, etwa durch industrielle oder kommerzielle Anwendung, Integration in öffentliche Dienstleistungen oder politische Instrumente, Beiträge zu Normen oder regulatorischen Rahmenwerken sowie gesellschaftliche oder ökologische Anwendungen.

Eine Kommerzialisierung ist nicht zwingend erforderlich. Nutzung hingegen schon.

Bewertet werden realistische Verwertungspfade, klare Rollen der Partner, die Fortführung über das Projektende hinaus sowie die Passfähigkeit zur Art der Maßnahme.

KDV als Glaubwürdigkeitsprüfung für Wirkung

Horizon Europe verlangt in der Regel bereits in der Antragsphase einen Entwurf eines Kommunikations-, Disseminations- und Verwertungsplans, sofern dies nicht ausdrücklich anders geregelt ist. Damit wird KDV als Voraussetzung für Wirkungsglaubwürdigkeit verankert.

Erwartet werden verhältnismäßige Maßnahmen, die innerhalb der Kapazitäten des Konsortiums realisierbar sind und den gesamten Projektzyklus kohärent abdecken.

Zielgruppen und Nutzungspfade statt Instrumente

Eine überzeugende KDV-Strategie beginnt mit der Frage, wer die Ergebnisse nutzen soll, warum diese Nutzung relevant ist und welche Veränderungen daraus resultieren. Erst danach werden geeignete Instrumente und Kanäle ausgewählt.

Projekte, die mit Instrumenten beginnen, ohne klare Nutzungspfade zu definieren, werden im Wirkungskriterium systematisch geschwächt.

Open Science, Gender und SSH als KDV-Verstärker

KDV steht in engem Zusammenhang mit Open-Science-Prinzipien, der Berücksichtigung der Geschlechterdimension im Forschungs- und Innovationsinhalt sowie der Integration der Sozial- und Geisteswissenschaften, sofern dies im Topic gefordert ist.

Werden diese Aspekte überzeugend integriert, stärken sie das Disseminations- und Verwertungspotenzial und werden positiv bewertet.

Häufige Schwächen aus Sicht der Gutachter

Vermischung von Kommunikation, Dissemination und Verwertung; Maßnahmen ohne Bezug zu Ergebnissen oder Nutzern; Überfrachtung mit Kanälen; vage Verwertungsaussagen ohne Verantwortlichkeiten; fehlende Perspektive nach Projektende; schwache politische Einbettung; Wiederverwendung generischer KDV-Texte.

Praktische Checkliste für Antragsteller

Ergebnisse zuerst definieren; Ziele für Kommunikation, Dissemination und Verwertung klar trennen; Zielgruppen identifizieren und begründen; Nutzung statt bloßer Verbreitung beschreiben; zeitliche Abstimmung mit Ergebnisreife; Querschnittsthemen integrieren; Wirkung über das Projektende hinaus planen; Abgleich mit den Bewertungskriterien der Gutachter.

Wie Nexuswelt KDV über alle Cluster hinweg unterstützt

Nexuswelt unterstützt Antragsteller und Konsortien in Horizon Europe bei der Entwicklung gutachterorientierter und umsetzungsfähiger KDV-Strategien für alle Cluster und Aktionstypen.

Der Ansatz konzentriert sich darauf, Projektergebnisse in glaubwürdige Wirkungspfade zu übersetzen, Kommunikation, Dissemination und Verwertung entlang der Bewertungssystematik zu strukturieren, politische Relevanz sicherzustellen und die Umsetzung über den gesamten Projektlebenszyklus hinweg zu begleiten.

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